San Francisco – oder: Die 48 lehrreichsten Stunden meines Lebens

Die folgende Geschichte hat zu tun mit: sehr schlechten Menschen, unfassbar tollen Menschen, den USA und was dort alles schief läuft, warum das Silicon Valley auch eine ganz schöne Mistveranstaltung sein kann, was wir daraus lernen können – und den Trotteln der AfD.

Smash and grab: Unser Auto nach dem Einbruch. So etwas passiert in San Francisco 30.000 mal im Jahr. Zu jeder Zeit, an jedem Ort.

Die Geschichte beginnt in San Francisco, wo wir ein paar Tage unserer Westküsten-Rundreise verbringen wollen. Alles selber gebucht, keine Guides, keine vorgebuchten Routen. Hinkommen und schauen, was passiert. So machen wir das immer.  Wir haben ein Auto dabei und ein paar Kreditkarten und das reicht dann auch. Am ersten Abend in San Francisco beschließen wir noch einen kleinen Bummel an den Fishermens Wharf. Nicht sehr originell, ich weiß, aber die Seelöwen dort sind so nett. Ein kleiner Spaziergang dorthin, dann noch ein Kaffee zum Aufwärmen (SFO ist ziemlich kühl und windig, auch im Hochsommer), dann zurück zum Auto, das mitten in der Stadt auf einer Hauptstraße geparkt ist.

Dort trifft uns der Schlag: Ein Haufen Scherben vor dem Auto, von dem sich schnell herausstellt, dass er die kläglichen Überreste unserer Seitenscheibe darstellt. Jemand hat sie eingeschlagen, mein Foto-Equipment aus dem Kofferraum geholt – und ist verschwunden. Keine große Sache. Dauert maximal eine Minute. Risiko in San Francisco: null. Letztes Jahr sind nach offiziellen Zahlen rund 30.000 (!) Fahrzeuge so aufgebrochen worden. Jeden Tag rund 80. Immer, überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Steht in keinem Reiseführer. Aber das Problem ist in San Francisco wohlbekannt, jeder weiß es. Allerdings nutzt es häufig nicht einmal etwas, einen Zettel an die Scheibe zu hängen, dass sich im Auto nichts Wertvolles befindet. „Smash and Grab“ kann jeden treffen. Immer, überall.

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Jetzt kommt der Teil, über den ich ungern schreibe. Weil ich natürlich viel lieber eine coole Heldengeschichte erzählen würde.  Tatsächlich folgt jetzt eine klägliche Geschichte des Versagens. Meines eigenen nämlich.

Wir gehen ins benachbarte Sheraton-Hotel, weil wir in irgendeiner deutschentypischen Naivität glauben, jemand könnte etwas gesehen haben. Oder es gibt eine Überwachungskamera. Gleichzeitig rufe ich die Polizei an, die mir mitteilt, bei so etwas könne man ein Online-Formular ausfüllen, mehr nicht. Dann versuche ich mein Glück bei der Hotline des Autovermieters, weil das Auto schließlich, wie sich herausstellt, nicht mehr fahrtüchtig ist. Bei der Hotline erreiche ich niemanden und das ist schließlich zu viel für mich. Mir wird schwindlig und schlecht. Und ich muss ich erstmal hinsetzen.

Zu meiner Ehrenrettung: Am Abend davor hatten wir irgendwo in der Prärie einen Reifenschaden, es war kompliziert, dort wieder rauszukommen und ich lag dann irgendwann morgens um 4 todmüde im Bett. Da ist man nicht  mehr so empfänglich für gestohlene Kameras und kaputte, aufgebrochene Autos.

Plötzlich, ich weiß nicht mehr wie, stehen Menschen um mich herum. Der Manager des Hotels, Jason, eine Seele von einem großartigen Menschen. Jemand anderes fragt mich, ob wirklich alles ok ist, checkt meinen Gesundheitszustand, findet ihn bedenklich und sagt, ich solle aufhören zu telefonieren.

Der Mann bleibt schließlich vier Stunden bei uns.

Er telefoniert mit dem Autovermieter, kümmert sich darum, dass wir ein neues Auto bekommen, checkt immer wieder meinen Zustand. Er kümmert sich buchstäblich um alles, ich vermute übrigens, er ist Arzt. Seinen Namen will mir der Doc nicht verraten.

Jason  sorgt sich unterdessen darum, dass wir Wasser und etwas zu essen bekommen. Jason muss war arbeiten an diesem Abend, kommt aber in jeder freien Sekunde, um nach uns zu sehen. Selbst als er schon Feierabend hat, irgendwann am späten Abend, bleibt er noch.

Und ich weiß nicht, was ich mehr mitnimmt: Der Ärger und die Sorgen – oder doch das fassungslose Erstaunen und die Rührung darüber, dass sich hier vier wildfremde Menschen um uns kümmern, ohne davon irgendeinen eigenen Vorteil haben zu können. Zwei der vier sind Security-Leute des Hotels, die u.a. unser Auto checken, es zum Sheraton-Parkplatz bringen und uns sagen, dass wir damit besser nicht mehr fahren sollen. Beide haben Migrationshintergrund, wie das bei uns immer so schön heißt, einer ist aus dem Sudan. Dazu später noch ein bisschen mehr.

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Irgendwann, es ist beinahe Mitternacht, lichten sich die Nebel. Wir – oder besser gesagt der anonyme Doc – haben ein neues Auto für den kommenden Tag besorgt. Das alte Auto wird abgeschleppt, und hey, Geld und Kreditkarten und Ausweise sind noch da. Ich habe mich auch wieder gefangen und möchte gerade irgendwie die Rückkehr in unser Hotel organisieren. Da taucht Jason auf, der wie gesagt schon lange Feierabend hat. Er besteht darauf (!) uns ein Taxi zu besorgen. Und er bezahlt es auch noch. Einfach so. Ich habe keine Ahnung, wie ich diesen Menschen danken soll. Und ich bin überwältigt davon, wie großartig manche Menschen sind. Wenn irgendjemand mal wieder mit spöttischem Beigeschmack den Begriff „Gutmensch“ benutzt, werde ich an Jason, seine Mitarbeiter und den anonymen Doc denken. Gutmenschen? Fantastische Menschen, ohne die unsere Welt ganz schön arm dran wäre.

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Kleiner Exkurs, bevor wir wieder zu diesen vier tollen Menschen kommen: San Francisco lebt von seinem Ruf, wie es nahezu alle begehrten Ziele dieser Welt tun. Hinter der Fassade der Stadt steckt aber sehr viel mehr Elend, Schmutz, Kriminalität und soziale Ungerechtigkeit als bei vielen anderen. San Francisco ist quasi der Generalentwurf einer Gesellschaft, in der es kaum mehr eine Mittelschicht gibt. Eine Stadt, die es nicht vergisst, sondern absichtlich unterlässt, diejenigen mitzunehmen, die mit dem Tempo des Turbokapitalismus nicht mehr mitkommen. Wenn du einen guten Job im Silicon Valley hast, kannst du hier vermutlich ein gutes Leben führen. Wenn nicht, bist du schnell ein Aussätziger. Vielleicht musst du nicht gleich auf der Straße leben, aber dann eben irgendwo 60, 70, 80 Meilen im Landesinneren.

Ich habe jedenfalls selten eine Stadt erlebt, bei der zwischen Schein und Sein ein derart großes Loch ist wie in San Francisco. Bevor ihr mir jetzt sagt, dass das in den USA eben häufig so ist: Ich bilde mir ein, nach über einem Dutzend Besuchen das Land ganz gut zu kennen; ganz davon abgesehen habe ich zufällig dort geheiratet. Ich weiß, dass es mit der Sicherheit auf den Straßen dort anders aussieht als bei uns, aber San Francisco ist selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlich. Man hat sich dort übrigens an die Zustände gewöhnt. Egal, mit wem ich in diesen Tagen spreche, alle sagen mir: Welcome to San Francisco! Soll so viel heißen wie: Das ist hier nun mal so, deal with it.

Wenn das jedenfalls die bevorstehende Valleyisierung der Welt kennzeichnet, wäre ich gerne lieber nicht dabei.

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Aber zurück zu diesem unglücklichen Abend. Die Polizei macht bei so etwas mittlerweile gar nichts mehr, was soll sie auch tun bei 80 Fällen pro Tag? Der Autovermieter ist erst überhaupt nicht zu erreichen, danach (nach knapp zwei Stunden) wird man mit den Realitäten des amerikanischen Bildungssystems konfrontiert:  Jemanden zu finden, der das Problem (altes Auto kaputt, wir brauchen ein neues) lösen kann, nimmt fast den ganzen Abend in Anspruch. Würde ich dann jetzt noch erzählen, wie die nächsten zwei Tage verliefen, würde dieser Beitrag hier zum Buch werden. Deswegen nur soviel: Wir haben wieder ein Auto, aber nur, weil wir aktuell für zwei Autos bezahlen.

Jason, der anonyme Doc und seine Leute aber sind das krasse Gegenteil:  Sie helfen, weil sie helfen wollen. Ohne zu fragen, ohne zu überlegen, welchen Vorteil sie davon haben können. Am Ende bin ich so gerührt, dass ich fast kein vernünftiges Wort des Dankes herausbringe. Zumal ich mich im Stillen frage, ob ich um umgekehrten Fall genauso gehandelt hätte und ich mir nicht sicher bin, ob die Antwort auf diese Frage unbedingt zu meinen Gunsten ausfallen würde.

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Am nächsten Abend, das Schlimmste haben wir hinter uns, fahren wir nochmal zum Sheraton. Wir bringen Jason ein kleines Dankeschön vorbei, er freut sich derart, dass er uns alle umarmt. Ich kapiere für einen Moment die Welt nicht mehr: Eigentlich müsste ich ihn umarmen. Auch die Jungs von der Security freuen sich. Nicht nur, weil wir uns bedanken. Sondern weil sie sehen, dass ihre Hilfe genutzt hat. Einer der Jungs ist erst seit ein paar Monaten da und ist aus dem Sudan und in dem Moment bekomme ich einen dicken Hals, wenn ich an das üble Gegröle und Gehetze des Durchschnitts-AfDlers denke. Die Welt nicht kennen, nicht gesehen haben, aber laut quäken. Wenn jedenfalls nochmal einer von den Gipsköpfen lamentiert, wie furchtbar in Deutschland alles geworden sei, den schicke ich nach San Francisco. Oder South Central LA. Damit er was für sein armseliges Leben lernt.

Und der anonyme Doc? Am Abend zuvor hatte ich Jason gebeten, seinen Namen ausfindig zu machen. Und seine Zimmernummer.

Sorry, sagt mir Jason, hier muss er zum ersten Mal passen. Der anonyme Doc ist ausgecheckt und hat darauf bestanden, anonym zu bleiben. Weil er keinen Dank für seine Hilfe will. Weil es für ihn selbstverständlich ist zu helfen, wenn jemand Hilfe braucht.

Hey Doc, ich weiß, ich werde Sie wahrscheinlich nie wieder sehen. Aber falls Sie das hier wider Erwarten irgendwann mal lesen sollten: Sie und Jason sind zwei der beeindruckendsten Menschen, die mir jemals begegnet sind.

Thanks so much, guys!

Früher war mehr früher!

Die Tage war ich mal wieder auf einer Veranstaltung meiner ganz persönlichen  Take-me-back-Tour.  Konzerte, die ich nicht nur wegen ihres musikalischen Wertes, sondern eindeutig auch aus Nostalgie-Erwägungen heraus besuche. Das passt gut zu meinem Leib- und Magenthema, dem Älterwerden, wobei ich ja immer hoffe, dass es keine allzu obsessiven Züge annimmt.

Zumindest beim letztem Konzert, das eigentlich eher ein Mini-Festival war, bin ich schon mal ein bisschen ins Grübeln gekommen, weil ich mir diese Veranstaltung im Gegensatz zu den wunderbaren Stones beim besten Willen nicht mit irgendwelchen musikalischen Qualitäten schönreden konnte. Pure Nostalgie, ein reiner Flashback also. Bei den einen waren die Qualitäten nie wirklich da, bei den anderen haben sie ein bisschen nachgelassen. Auch altersbedingt, jawoll.

Also, reden wir nicht lange rum: Ich war bei Sweet, Jethro Tull und Manfred Mann und seiner Earthband. Oder besser gesagt bei dem, was davon noch übrig ist. Bei allen dreien ist es eigentlich nur noch einer, aber hey, würdet ihr auf ein Festival von Andy Scott, Ian Anderson und (immerhin!) Manfred Mann gehen?Da klingen Sweet, Tull und Earthband schon deutlich besser, auch wenn alle drei de facto eher Revivalbands mit einem Original-Mitglied sind.

Für mich war das aus anderen Gründen in dieser Zusammensetzung interessant. Sweet waren meine erste Boyband, irgendwann im Alter zwischen 8 und 13 waren die echt meine Helden. Ich dachte, es sei Rock‘n‘Roll (hey, ich war 8!!). Mit 13 bin ich dahintergekommen, dass es eigentlich eher doch kein Rock‘n‘Roll ist. Außerdem muss man prinzipiell mit 13 Bands uncool finden, die man mit 8 gut fand. Noch dazu, wenn die etwas älteren Mitschüler dir klar zu verstehen geben: Solange du Sweet hörst, bist du auch uncool. Yes, Pink Floyd, Uriah Heep, Genesis, wenn du mal soweit bist, reden wir auch wieder mit dir. Und, ach ja: Jethro Tull!

Soll ich euch was beichten, 40 Jahre später? Ich habe Jethro Tull nie gemocht. Ian Anderson erinnerte mich an Catweazle, die Querflöte hat genervt und diese ganzen verschrobenen Geschichten habe ich weder kapiert noch haben sie mich interessiert. Es gibt drei oder vier ganz brauchbare Nummern und es gibt natürlich „Locomotive Breath“.

Gottseidank kam dann irgendwann 1979 The Police und ich hatte endlich was, was richtig cool war und was ich richtig geil fand. Hey, und was ist Ian Anderson und seinem Mittelalter-Getue gegen den junge wasserstoffblonden Sting mit seinen Jungs?

Es war also schon eine komische Idee, sich eine Band anzuschauen, die man eigentlich nie mochte,  aber ok, die waren in dem Bundle halt dabei. Hätte ja außerdem sein können, dass ich mich getäuscht habe und die richtig gut waren oder es auf ihre alten Tage noch geworden sind. Aber wie das eben so ist: Ian Anderson bringt kaum mehr einen guten Ton hervor und der war ohnehin nie ein richtig guter Sänger. Und außerdem tappen er und seine Jungs in die selbe Falle wie Manfred Mann: Man hat zwar nur eine gute Stunde Zeit, spielt aber erst mal ein paar neue Songs, die bei einer solchen Nostalgieveranstaltung niemand wirklich hören will. Die neuen Songs sind übrigens noch öder als die ödesten der alten und die waren schon ziemlich öde.

Tatsächlich aber ist das eigentlich Erschütternde, wenn man sich im Publikum umschaut und dann sieht, wie sie alle (außer einem selber natürlich) älter geworden sind. Nein, halt. Nicht älter. Alt, das trifft es genauer. Gefangene der alten Zeit, man sieht plötzlich wieder Fan-Shirts von Jethro Tull, von Yes und sogar Uriah Heep, obwohl man sich doch gefühlt gerade erst von den Schrecken einer Jugend mit Heep-Alben und „Lady in Black“ am Lagerfeuer erholt hatte. Entweder, die hatten alle damals wirklich so viele Fans oder der Mensch kann noch mehr verklären, als ich ohnehin schon dachte.

Too old to…nee, vergesst es, Leute, das ist so eine Schimäre aus langen Tagen. Ian Anderson ist ein etwas verschrobener mutmaßlich aber ganz netter älterer Herr geworden, Manfred Mann mit beinahe 80 ist dagegen immer noch erstaunlich fitter Typ und die unverwüstbaren Stones habe ich ja eh schon ausführlich beschrieben. Keine Frage des Alters also, eher eines des Kopfes. Mit Yes- oder Heep-Shirts rumlaufende Männer kamen mir stellenweise ganz schön alt vor, weil sie außer dieser Früher-war-alles-besser-Attitüde nicht mehr so wahnsinnig viel haben.

Dabei war früher nicht alles besser. Es war nur: anders.

Wenn du gegen alles bist, wofür die AfD ist, dann ist alles gut

Früher mal ™ war die Sache ziemlich einfach: Es gab links und es gab rechts und es gab logischerweise sowas wie eine Mitte. Links und rechts lagen zumindest in Deutschland eigentlich nie so weit auseinander, wie es sich manchmal anhört: Eigentlich wollten die Deutschen immer einen Union-Kanzler, der möglichst sozialdemokratisch regiert. Ich habe in den letzten Jahren dann für mich selbst zunehmend öfter die Frage gestellt, was eigentlich noch rechts und was links ist und ob man sich überhaupt noch auskennen kann in einer Welt, in der die Union-Kanzlerin so sozialdemokratisch ist, dass die Original-Sozialdemokraten beinahe verschwunden sind.  

Die Rolling Stones und der Herr Gauland…

Am Wochenende habe ich Mick Jagger und Keith Richards gesehen. Und dann habe ich an Alexander Gauland gedacht. 

Ein Post über meine Frau und ein paar Lektionen fürs Leben

Vor ein paar Tagen habe ich eine Geschichte geschrieben. Komplett aus dem Bauch raus, rein nach Gefühl. Ich hatte keinerlei Ahnung, was aus ihr wird. Nicht nur, dass sie, wie man so schön sagt, viral ging wie kaum eine meiner Sachen zuvor. Daneben habe ich für mich und mein restliches, mir noch irgendwie verbleibendes Leben eine ganze Menge verstanden…

Die Beziehungskrisen von älteren Männern mit dem Rest der Welt

Die Welt und ich, wir sind in einer Beziehungskrise. Und ich fürchte, es liegt an meinem Alter…

Besuchen Sie die Staaten, solange es noch geht

Früher mal (was denn, den Begriff kennen Sie schon?) war die Planung von Urlauben eine ziemlich einfache Sache: Man ist dahin, wo es irgendwo warm und geil war. Kosten, Dauer, Unterkunft, Anreise? Ach, was soll man sich das Leben durch unnötige Fragen verkomplizieren, Hauptsache: warm und geil.  

Alter, eingerosteter Mann schreibt Buch über alte, eingerostete Männer und Frauen

Es knackt bei mir, und zwar schon seit geraumer und so ziemlich genau alles. Am Anfang dachte ich, es handle sich dabei nur um ein temporäres Phänomen. Um eines, das kurz nach dem Aufstehen mal auftritt und dann wieder verschwindet. Bis ich inzwischen zu der Auffassung gekommen bin, dass es besser sein  könnte, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin: Es knackt in Armen, Schulter und Gelenken, weil ich ein wenig eingerostet bin. 

Einmal im Leben Bahn sein (es wäre alles so viel leichter)…

Freund K. sagt immer, ich solle mich nicht aufregen, wenn es um die Deutsche Bahn geht. Weil sie erstens gemessen beispielsweise an Indien oder Tadschikistan einigermaßen gut funktioniere und weil Bahn-Bashing zweitens einigermaßen billig ist. Bei letzterem muss ich ihm Recht geben. 

Die erstaunliche Geschichte des „40jährigen“…

Der eine oder andere unter der geneigten Leserschaft weiß das vielleicht: Vor mittlerweile drei Jahren ist ein kleines Buch von mir erschienen. Eines, das sich ausnahmsweise nicht mit Medien beschäftigt. „Der 40jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand“ ist sogar ziemlich gut gelaufen, gemessen daran, dass es kein Marketing und keine Werbung auch sonst nichts flankierendes gab. Offensichtlich ist das halt ein Thema: wie man so lebt als Mensch jenseits der 40. Die gesamte Auflage des Buchs ist verkauft, ein paar Exemplare liegen noch bei mir rum. Und immer wieder mal denke ich darüber nach, es nochmal neu aufzulegen. Aber die Schreiberei ist ja nur ein kleines Hobby von mir, ich habe eine ganze Reihe anderer Sachen zu tun. Außerdem habe ich mit dem „40jährigen“ ohnehin so viel zurückbekommen, dass mehr gar nicht mehr geht.